Dachausrichtung und Solarertrag: Was Sie wissen muessen

Die Ausrichtung des Dachs ist einer der entscheidendsten Faktoren fuer den Ertrag einer Solaranlage. Doch ist wirklich nur ein Sueddach geeignet? In diesem Artikel erfahren Sie, welche Ausrichtung welchen Ertrag bringt und warum auch scheinbar ungueenstige Daecher lohnend sein koennen.

Die Rolle der Himmelsrichtung

Ein nach Sueden ausgerichtetes Dach erhaelt in der Schweiz die maximale Sonneneinstrahlung. Doch das bedeutet nicht, dass andere Ausrichtungen ungeeignet sind. Die Unterschiede sind oft geringer, als viele denken.

In der Praxis zeigt sich folgendes Bild fuer ein typisches Schweizer Dach mit 30 Grad Neigung:

Warum Ost-West-Daecher unterschaetzt werden

Ost-West-Daecher bieten einen entscheidenden Vorteil: Die Stromproduktion verteilt sich gleichmaessiger ueber den Tag. Waehrend ein Sueddach zur Mittagszeit Spitzenwerte erreicht, produziert ein Ost-West-Dach morgens und abends mehr Strom. Das passt oft besser zum Verbrauchsprofil eines Haushalts.

Bei einem Ost-West-Dach koennen zudem beide Dachseiten belegt werden, was die Gesamtflaeche und damit die installierte Leistung verdoppeln kann. Obwohl der spezifische Ertrag pro kWp niedriger ist, kann der absolute Ertrag sogar hoeher ausfallen als bei einer reinen Suedanlage.

Vorteile der Ost-West-Ausrichtung

Der Einfluss der Dachneigung

Die Dachneigung beeinflusst den Ertrag ebenso wie die Ausrichtung. In der Schweiz liegt die optimale Neigung bei 30 bis 35 Grad fuer ein Sueddach. Bei anderen Ausrichtungen verschiebt sich das Optimum leicht.

Ein flaches Dach (unter 10 Grad) verliert nur wenig Ertrag gegenueber der optimalen Neigung, ist dafuer aber weniger richtungsabhaengig. Steile Daecher (ueber 50 Grad) produzieren im Sommer weniger, dafuer im Winter mehr, da die Sonne dann tiefer steht.

Neigung und Selbstreinigung

Ein oft uebersehener Aspekt: Bei einer Neigung von mindestens 15 Grad werden die Module durch Regen weitgehend selbst gereinigt. Flachere Anlagen benoetigen gelegentliche Reinigung, was Zusatzkosten verursacht. Im Winter rutscht Schnee bei steileren Neigungen schneller ab.

Kombination von Ausrichtung und Neigung

Die Wechselwirkung zwischen Ausrichtung und Neigung ist entscheidend. Ein Norddach mit nur 10 Grad Neigung erzielt immer noch rund 85 Prozent des Maximalertrags und ist damit wirtschaftlich. Dagegen wuerde ein Norddach mit 45 Grad Neigung nur etwa 55 Prozent erreichen.

Faustregel: Je weiter die Ausrichtung von Sueden abweicht, desto flacher sollte die Neigung sein, um Ertragsverluste zu minimieren.

Praktische Tipps fuer die Planung

  1. Nutzen Sie beide Dachseiten: Bei einem Satteldach pruefen Sie immer die Belegung beider Seiten.
  2. Beruecksichtigen Sie Ihren Verbrauch: Eine Ost-West-Anlage kann bei tagsueber hohem Verbrauch wirtschaftlicher sein.
  3. Denken Sie an die Zukunft: Wenn Sie eine Waermepumpe oder ein Elektroauto planen, wird mehr installierte Leistung wichtiger als maximaler spezifischer Ertrag.
  4. Verschattung beachten: Eine perfekte Suedausrichtung nuetzt wenig, wenn ein Baum das Dach am Nachmittag verschattet.

Fazit

Die Dachausrichtung ist wichtig, aber nicht allein entscheidend. Moderne Solaranlagen arbeiten effizient in fast jeder Ausrichtung. Entscheidend ist die Gesamtbetrachtung aus Ausrichtung, Neigung, Flaeche und Verschattung. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Ihr Dach nicht perfekt nach Sueden zeigt. In vielen Faellen ist eine Ost-West-Anlage sogar die wirtschaftlichere Loesung.

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